Abwassergebühren sparen durch Gartenbewässerung
Rentner mit eigenem Garten zahlen oft doppelt: einmal für das Frischwasser zum Gießen und zusätzlich die Abwassergebühr für dieselbe Menge. Da Gießwasser im Boden versickert und nicht geklärt werden muss, können Sie diese Kosten von der Kommune zurückfordern.
Das Wichtigste in 30 Sekunden
- Gartenbesitzer können die Abwassergebühr für Wasser sparen, das nachweislich zur Gartenbewässerung genutzt wird.
- Ein geeichter Gartenwasserzähler ist die rechtliche Voraussetzung für die Erstattung der Gebühren.
- Die Ersparnis beträgt je nach kommunaler Satzung oft zwischen 2,00 und 5,00 Euro pro Kubikmeter Wasser.
- Der Antrag auf Absetzung der Gartenbewässerung muss meist bis zum Jahresende bei der zuständigen Stadtverwaltung oder dem Wasserwerk eingehen.
- Die Anschaffungskosten für die Wasseruhr amortisieren sich bei größeren Grünflächen oft schon nach der ersten Sommersaison.
So sparen Sie konkret
- Gartenwasserzähler beantragen: Kontaktieren Sie Ihr lokales Wasserwerk oder die Stadtverwaltung, um die technischen Vorgaben für den Zähler zu erfragen. Manche Kommunen erlauben Selbstmontage am Außenwasserhahn, andere verlangen den Einbau durch einen Fachbetrieb.
- Zählerstand dokumentieren: Notieren Sie beim Einbau und zum Ende der Gartensaison den Zählerstand. Ein Foto des Zählers dient als Beleg für Ihren Antrag.
- Antrag auf Absetzung einreichen: Schicken Sie nach der Jahresabrechnung ein formloses Schreiben an die Gemeinde. Geben Sie Ihre Kundennummer und den Zählerstand an, um die Absetzung der Gartenbewässerung geltend zu machen.
- Niederschlagswassergebühr reduzieren: Prüfen Sie, ob Sie durch Entsiegelung von Flächen oder den Bau einer Zisterne zusätzlich die Niederschlagswassergebühr reduzieren können.
- Eichfristen beachten: Ein Kaltwasserzähler muss in Deutschland alle sechs Jahre ausgetauscht oder neu geeicht werden. Planen Sie diese Kosten von etwa 25 bis 40 Euro ein.
Voraussetzungen und worauf Sie achten sollten
Um erfolgreich Abwassergebühren sparen zu können, ist fast immer eine Mindestmenge an verbrauchtem Gartenwasser erforderlich. Oft gewähren Kommunen den Abzug erst ab einer Menge von 10 oder 15 Kubikmetern pro Jahr. Der Zähler muss zwingend geeicht sein und über eine gültige Eichplakette verfügen. In einigen Bundesländern ist zudem eine Verplombung durch einen Installateur oder einen Mitarbeiter des Wasserwerks vorgeschrieben. Achten Sie auf die Ausschlussfristen in Ihrer Gemeinde. Wer den Antrag zu spät stellt, verliert den Anspruch für das gesamte vergangene Jahr. Ein Rentnerausweis ist für diesen speziellen Gebührenvorteil nicht nötig, da die Regelung für alle Grundstückseigentümer gilt.
Häufige Fragen
Lohnt sich ein Gartenwasserzähler auch bei einem kleinen Garten? Das hängt von der Höhe Ihrer lokalen Abwassergebühren ab. Wenn der Kubikmeter Abwasser 4,00 Euro kostet und Sie im Sommer 15 Kubikmeter gießen, sparen Sie 60,00 Euro im Jahr. Abzüglich der Anschaffungskosten für die Wasseruhr bleibt oft schon im ersten Jahr ein Plus übrig.
Muss ich den Einbau beim Vermieter anmelden? Wenn Sie zur Miete wohnen und einen eigenen Gartenanteil nutzen, sollten Sie den Einbau mit dem Vermieter absprechen. Die Abrechnung der Wassergebühren läuft in diesem Fall meist über die Nebenkostenabrechnung, weshalb der Vermieter die Ersparnis an Sie weitergeben muss.
Kann ich das Wasser aus einer Regentonne auch absetzen? Nein, die Ersparnis bezieht sich nur auf Leitungswasser, für das Sie bereits eine Trinkwassergebühr bezahlt haben. Regenwasser kostet ohnehin keine Verbrauchsgebühr, weshalb hier keine Rückerstattung möglich ist.
Wo finde ich das passende Formular für den Antrag? Die meisten Städte bieten auf ihrer Internetseite im Bereich „Bürgerservice“ oder „Downloads“ spezielle Formulare für die Gartenwasserabsetzung an. Ein formloses Schreiben mit Angabe der Zählernummer und des Standes reicht jedoch oft aus.
Lesetipp: Vorteile auf Rentnerrabatt.de
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